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November 06 2017

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Jahrelang führte die Strombranche die Öffentlichkeit an der Nase herum. Die Wasserzins-Debatte schafft endlich Klarheit.

In einem vertraulichen PR-Papier, das die PR-Agentur «Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten» im Auftrag des Stromkonzerns Alpiq verfasst hat und das die «Basler Zeitung» im März 2016 publik machte, stehen die folgenden Sätze:

«Das Risiko, dass das Management der mitwirkenden Firmen bei diesem Schritt selbst zum Thema wird, ist hoch (UBS, Swissair). Dieses Risiko kann nur reduziert werden, wenn ein Konsens bei Experten, Meinungsführern und Politikern besteht, dass die Problematik nicht selbst verschuldet ist.»

«Gelingt es ‚offene strategische Flanken‘ in der Energiepolitik mit dem Argument tiefer Preise zu schliessen, ist ein grosser Schritt für das Unternehmen erreicht.»

Mit dem UBS- und Swissair-Vergleich deuten der Alpiq-Konzern und dessen PR-Agentur indirekt an, dass das Alpiq-Management in der Vergangenheit grobe Fehler gemacht hat. Von diesen selbstverschuldeten Ursachen sollte abgelenkt werden, indem der Fokus auf die nicht selbst verschuldeten «tiefen Strompreise» und die angeblich zu hohen Produktionskosten der Wasserkraft gelenkt wurde. Fast wäre dieser Plan aufgegangen.

Gefälligkeitsstudie des Bundesamtes für Energie

Das Ziel war sonnenklar: Durch Schlechtreden der angeblich unrentablen Wasserkraft sollen Subventionen für die Stromkonzerne locker gemacht und gleichzeitig die Wasserzinsen gesenkt werden. Das hat laut Alpiq-Papier mit einer «hohen Kadenz von Gutachten», dem Einsatz von Lobbyverbänden und der aktiven Beeinflussung der Verwaltung, der Medien und der PolitikerInnen zu geschehen.

Und so begann die Geschichte: Ende 2013 initiierte das Bundesamt für Energie (BFE) mit einer Gefälligkeitsstudie die Gerüchte um die angeblich unrentablen Wasserkraftwerke ganz offiziell, und zwar in bester Zusammenarbeit mit der Stromlobby, insbesondere mit dem Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband (SWV). Obwohl es dabei nur um die Rentabilität der neuen Wasserkraftwerke ging, war die Duftmarke der Unrentabilität der Wasserkraft unwiderruflich gesetzt.

Mehrere Instanzen entlarven das PR-Märchen

Wenige Monate später liess auch der Lobby-Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) per Medienmitteilung verlauten, die Wasserkraft produziere nicht mehr rentabel. Das Mantra: Wasserkraftstrom sei zu teuer für den heutigen Markt, der von billigem Strom aus Deutschland dominiert werde. Auf Nachfrage von Infosperber behauptete der VSE, die durchschnittlichen Produktionskosten der Wasserkraft lägen bei exorbitanten 7,1 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh).

Darauf titelte Infosperber: «Das PR-Märchen von der unrentablen Wasserkraft» und widerlegte die Behauptungen des VSE aufgrund von wissenschaftlichen Studien. Verwaltung, Politik und Medien hingegen kolportierten weiterhin grossmehrheitlich die PR-Behauptungen der Stromlobby. Unter diesem PR-Gewitter wurde das Parlament schwach und schnürte erste Subventionspakete, angeblich für die Wasserkraftwerke, tatsächlich aber für die grossen Stromkonzerne (Axpo, Alpiq, BKW etc).

Es dauerte mehr als drei Jahre bis in den letzten Monaten mehrere Instanzen zum gleichen Schluss kamen wie Infosperber damals, namentlich die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom), das Beratungsbüro «Brugger Hanser und Partner» (BHP) im Auftrag der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) und am letzten Dienstag auch die nationalrätliche Energiekommission (Urek). Damit ist das PR-Märchen der Stromlobby nun endgültig entlarvt. Jetzt will die Urek die Subventionsschleusen für die Stromkonzerne schliessen.

Auch Blackout-Hysterie ins Reich der Märchen

Ins gleiche PR-Kapitel fällt die Blackout-Hysterie, welche von der Bundesverwaltung, der Strombranche und den Medien Ende 2015 geschürt wurde. Infosperber bezeichnete die breit geführte PR-Kampagne als Irreführung der Öffentlichkeit und titelte: «Blackout: So hält uns die Strombranche zum Narren» und «Ein Blackout der Schweizer Medien».

Zwei Jahre hat es nun gedauert, bis das BFE kürzlich aufgrund einer Studie der ETH und der Uni Basel die Blackout-Kampagne ebenfalls ins Reich der Märchen beförderte und feststellte: «Versorgungssicherheit mit Strom trotz schwierigem Marktumfeld sichergestellt».

Die Ablenkungsstrategie der Stromlobby ging vorerst auf

«Kommt Zeit, kommt Rat» sagten schon die alten Römer. Das gilt auch in Bezug auf die Fakten über die Strombranche, über welche Infosperber seit Jahren regelmässig berichtete (hier und hier) und die bis vor Jahresfrist von Politik und Medien nur sehr spärlich zur Kenntnis genommen wurden.

So kam es, dass sich die Gebirgskantone auf Verhandlungen mit der Strombranche einliessen und naiverweise deren Flexibilisierungs-Modell propagierten, das nichts anderes als eine massive Senkung der Wasserzinsen bezweckte.

Die Gebirgskantone unterliessen es vorerst, die Ursachen der Krise der grossen Stromkonzerne und die Fakten über die Dividendenflüsse, die Gewinne und Gewinnbesteuerung sowie die Gewinnreserven öffentlich zum Thema zu machen. Diese politische Abstinenz spielte den Stromkonzernen in die Hände, deren Ablenkungs-Strategie vorerst voll aufging.

Die Stromverbände fühlten sich gar so stark, dass sie dem BFE wesentliche Teile der Vernehmlassungsvorlage zur Neuregelung der Wasserzinsen einflüsterten, wobei der Willen des Parlaments grosszügig in den Wind geschlagen wurde. Das ging umso besser, als der zuständige BFE-Mitarbeiter gleichzeitig im Vorstand des Wasserwirtschaftsverbandes (SWV) sass. (siehe Infosperber: «Wasserzins-Debatte: Strom-Lobby mit direktem Draht»)

Appell wurde zuerst im Unterengadin gehört

Der Dreistigkeit der Stromlobby und deren Ablenkungsmanöver setzte Infosperber zwei Appelle an die Gebirgskantone entgegen. Einen ersten Appell richtete Infosperber bereits im April 2016 an die Gebirgskantone: «Druck auf Wasserzinsen: Alpen-Opec ohne Strategie». Ein Jahr später erfolgte der zweite mit der Forderung:

«Für eine Flexibilisierung der Wasserzinsen besteht überhaupt kein Grund. Und das müssen die Gebirgskantone, allen voran die Kantone Graubünden und Wallis, offensiv vertreten, und zwar mit Studien, Gutachten, Fakten und einer Gegen-Kampagne.» (siehe Infosperber: «Strombarone ziehen die Alpen-Opec über den Tisch»)

Der Aufruf wurde gehört, und zwar von einem Mann aus dem Unterengadin, ohne den die Gebirgskantone tatsächlich von der Strombranche im Verbund mit dem BFE über den Tisch gezogen und in Zukunft um Hunderte von Millionen geprellt worden wären. Die Rede ist von Not Carl, dem früheren Gemeindepräsidenten von Scuol und Präsident der Bündner Konzessionsgemeinden. Wie ein Winkelried ist er gegen die Strombarone ins Feld gezogen und hat sie das Fürchten gelehrt.

Carl leitete den Infosperber-Aufruf express an die Politiker der Gebirgskantone weiter:

Grosser Rat machte Druck auf die Bündner Regierung

Allmählich kam die Lawine gegen die in Bundesbern mächtigen Strombarone ins Rollen: Über die Bündner Konzessionsgemeinden wurde der Widerstand in den Bündner Grossen Rat getragen, wo drei Viertel der GrossrätInnen einen Vorstoss von BDP-Grossrat Andy Kollegger unterschrieben haben, der die Fakten und Forderungen von Infosperber aufnahm und hoffähig machte, beispielsweise:

Damit kam die Bündner Regierung und auch die Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK), die sogenannte Alpen-Opec, unter Handlungs-Druck.

Aufmüpfige «Südostschweiz», «typische NZZ»

Medialer Druck wurde ebenfalls durch die «Südostschweiz» aufgebaut, wo Somedia-CEO Andrea Masüger selber in die Tasten griff und den PolitikerInnen mit Verweis auf den Infosperber-Artikel «Bergkantone: Anti-Wolf statt Pro-Wasserzinsen» eine Kapuzinerpredigt hielt: Vor 30 Jahren hätten die Berggebietspolitiker noch für die Ressource Wasser wie die Löwen gekämpft. Aber jetzt warte man «einfach ab, bis der Wolf kommt und die Geisslein gemütlich frisst.»

Ganz anders tönte es aus dem Axpo-Land der NZZ, welche in einem Kommentar für die Senkung der Wasserzinsen Stimmung machte und mit den folgenden tendenziösen Fragen eine Leserumfrage startete: «Ist es legitim, dass sich Kantone an öffentlichen Gewässern bereichern? Ist es legitim, dass Kantone einen derart hohen Fixbetrag erhalten, indem sie öffentliche Gewässer den Kraftwerken verpachten?» Vier der sechs Kommentare widersprechen der NZZ-Meinung. Einer tut es ganz spitz: «Übrigens wieder typisch NZZ. Wenn Private Monopolrenten einstreichen, dann ist das kein Problem. Wenn die Kantone das tun, erst dann fragt man sich, ob das in Ordnung ist... »

Bündner Mission zur Bekehrung der Walliser

Der öffentliche Druck führte schliesslich dazu, dass die Regierungen der Gebirgskantone und die Konzessionsgemeinden sich in ihren Vernehmlassungs-Antworten konsequent gegen die Senkung der Wasserzinsen einsetzten. Allerdings brauchte es dazu im Wallis noch der Missions-Arbeit von Not Carl, der ins Wallis reiste, um die Walliser PolitikerInnen zu bekehren. Auf die Idee, Carl ins Wallis zu holen, kamen die bürgerlichen Walliser Politiker allerdings nicht von selbst. Es brauchte zuerst die Intervention von SPO-Grossrat Gilbert Truffer, wie er gegenüber Infosperber erklärt: «Not Carl kam nur deshalb ins Wallis, weil ich zuvor energisch Druck beim Präfekten des Bezirkes Visp gemacht habe.»

Lange Zeit gaben die Walliser Konzessionsgemeinden auf ihrer Internetseite einzig die Gutachten und Stellungnahmen der Stromlobby zum Besten. Kein Wunder, denn zuvor hatten die Walliser Behörden zweimal den Stromlobbyisten Roger Pfammatter vom Wasserwirtschaftsverband (SWV) referieren lassen, einmal gar auf Einladung des damaligen Walliser Energieministers Jean-Michel Cina, an dessen Energie-Apero neben dem SWV-Geschäftsführer Pfammatter gleich ein weiteres SWV-Vorstandsmitglied auftrat. Doch mit dem Besuch von Carl hat der Wind auch im Wallis gedreht und das Energiedepartement von Doris Leuthard wurde von einer Lawine von Walliser Stellungnahmen eingedeckt.

Infosperber-Grafik wird salonfähig

Die Gebirgskantone stützen sich in ihrer Vernehmlassungs-Antwort auf die oben erwähnte BHP-Studie, in der die folgende Grafik zu finden ist:

Einigen Infosperber-LeserInnen dürfte diese Grafik bekannt vorkommen, denn ein Jahr zuvor publizierte Infosperber die folgende Grafik, die verblüffend ähnlich aussieht:

Mit der Grafik zeigte Infosperber auf, dass die Dividenden und Tantiemen (in rot) die Wasserzinsen (in blau) jahrelang und zum Teil deutlich überstiegen. Zum gleichen Schluss kommen nun auch die Gebirgskantone und deren Expertenbericht: «Mit Ausnahme der Jahre 2011, 2013 und 2015 lagen die Dividenden und Tantiemen deutlich höher als die Wasserrechtsabgaben und Konzessionsgebühren.»

Es ist erstaunlich, wie schnell bisher kaum beachtete Fakten hoffähig werden, wenn die Zeit reif ist. Plötzlich tauchen die horrenden Dividenden- und Gewinnsteuerflüsse ins Mittelland, die jahrelangen, kumulierten Milliardengewinne und die exorbitanten Gewinnreserven in den Vernehmlassungs-Antworten der Gemeinden, Kantone und Verbände auf.

Gleichzeitig reibt man sich ungläubig die Augen, wenn man feststellen muss, dass der Expertenbericht des Bundes zu den Wasserzinsen aus dem Jahr 2008, der den Gebirgskantonen in die Hände spielt, erst nach fast zehn Jahren der Verschollenheit erstmals als Lobbyinstrument eingesetzt wird, nämlich in der Vernehmlassungsantwortder «IG Bündner Konzessionsgemeinden» (IBK). (siehe auch: Rote Anneliese vom Februar 2010)

PR-Kampagne der Stromlobby: Ein grober strategischer Fehler

Innert einem halben Jahr hat der Wind um 180 Grad gegen die Stromkonzerne gedreht. Auch dazu weiss das Lobby-Papier der Alpiq eine schöne Antwort: «Die meisten Public Affairs Initiativen scheitern, dass die Problembewirtschaftung nicht oder ungenügend gemacht wird». Tatsächlich, die Problembewirtschaftung war ungenügend, und zwar weil die Stromlobby nicht mit der effizienten Problembewirtschaft der Gegenseite gerechnet hat. Deshalb hatte sie gegen die Kombination der zentrifugalen Kraft der Fakten und dem Widerstandswillen eines Winkelrieds auch kein Gegenmittel. Das ist ein grober strategischer Fehler.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Kurt Marti war früher Beirat (bis Januar 2012), Geschäftsleiter (bis 1996) und Redaktor (bis 2003) der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES)

Weiterführende Informationen

 DOSSIER: Die Politik der Stromkonzerne
 DOSSIER: Streit um die Höhe der Wasserzinsen
 Stellungnahme der Bündner Konzessionsgemeinden





https://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/So-kam-die-Lawine-gegen-die-Strombarone-ins-Rollen

November 01 2017

October 31 2017

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Zehn Tonnen abgereichertes Uran sollen Nato-Flieger 1999 auf Jugoslawien abgeworfen haben – so die offizielle Zahl. Was die Fachleute alarmiert, ist der Anstieg der Krebsrate in Serbien seit dem Nato-Überfall: Mehr als um das Doppelte haben Todesfälle durch Leukämie zugenommen. Eine Ärzte-Gruppe will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Sie würde gerne Bill Clinton und Tony Blair auf der Anklagebank sehen, sagt die serbische Neurochirurgin Danica Grujicic gegenüber der Agentur Sputnik. Die beiden „hatten ihre Freude daran, unsere Kinder sterben zu sehen“, so die Ärztin.






https://de.sputniknews.com/politik/20171030318092736-serbische-aerzte-initiative-bill-clinton-und-tony-blair-gehoeren-auf-die-anklagebank/

October 30 2017

October 28 2017

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Die Stromlücke hat es nie gegeben


Nachdem wir am 21. Mai 2017 die Weichen gestellt haben für eine erneuerbare Stromproduktion, mehr Energieeffizienz und keine neuen AKWs, ist auch die sechzig Jahre alte Propogandadrohung mit der Stromlücke nicht mehr nötig.

Es geht sogar soweit, dass der VSE Geschäftsführer Michael Frank, der noch 2016 vor einer Stromlücke gewarnt hat, jetzt auf SRF plötzlich behauptet, er hätte das 2006 letztmals gesagt.
Wir sehen einmal mehr wie wichtig es ist, Fakten zu schaffen.
Nachdem es keinen Grund mehr gibt zu lügen, wird auch nicht mehr gelogen, nicht einmal mehr vom VSE.

Wichtig scheint mir zu betonen, dass die Lüge der Stromlücke schon immer eine bewusste Propogandalüge für den Bau von AKWs war. 
Schon vor sechzig Jahren wurde in der Schweiz die Propogandatrommel gerührt, es brauche wegen der kommenden Stromlücke neue AKWs. In den ganzen sechzig Jahren war diese Behauptung nie wahr.
Trotzdem wurden fünf AKWs gebaut, und jetzt haben wir den Dreck. 
Dreissig Jahre lang wurde der Zubau der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz blockiert, um die AKWs zu schonen. Es gab sogar die heute vergessene Kampagne, in der ganzen Schweiz „überflüssige“ Wasserkraftwerke stillzulegen.

Heute können Alpiq und Axpo ihre AKWs nicht abschalten, weil sie nicht genügend Geld für die Stilllegung und Entsorgung angespart haben. Sie wollen daher die AKWs „ewig“ weiterlaufen lassen.

Die beiden Beznau Reaktoren wurden für eine Betriebszeit von dreissig Jahren geplant und gebaut. Das heisst, 1999 hätten ihre Stilllegungs- und Entsorgungskosten voll angespart sein müssen.

Die dreissig Jahre Betriebszeit wurden auf vierzig Jahre verlängert, 2006 auf fünfzig Jahre verlängert, und 2016 auf sechzig Jahre verlängert. Damit Alpiq und Axpo bloss kein Geld ansparen müssen.

Die Marquise de Pompadour sagte 1757 nach der verlorenen Schlacht: „Après nous le déluge!“
Karl Marx bezeichnete 1867 in seinem Werk „Das Kapital“ den Spruch „Après nous le déluge!“ als Leitmaxime des entfesselten Kapitalismus, dem egal sei, was er in der Zukunft anrichtet.
2017 sind es nun Alpiq und Axpo, die im Chor mit den Atomturbos PSI und VSE rufen: „Apres nous le GAU!“

Ihren Zweitwohnsitz in Irland oder auf den Malediven haben diese Herren mit ihren Boni schon lange hübsch eingerichtet. Im Notfall sind sie schnell weg und schicken uns per Twitter noch ein Beileidsschreiben: „Ein GAU in der Schweiz, so etwas konnte niemand vorhersehen! Aber macht euch keine Sorgen, uns und unserem Fluchtgeld geht es gut!“



https://www.srf.ch/news/schweiz/unbegruendete-angst-die-schweiz-hat-genuegend-strom

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Nebenprodukte des Manhattan-Projekts – zum Bau der ersten Atombombe – lagern nahe der Metropole St. Louis. Ein Schwelbrand bedroht das streng geheime Atommülllager    
Dawn Chapman muss an ein Krankenhaus denken, wenn sie das Zischen hört. Vorm Mund eine Atemschutzmaske, die Hände in die Hüften gestemmt, so steht sie an der schmalen Boenker Lane vor einem Maschendrahtzaun mit Stacheldrahtkrone. Hinterm Zaun ein Gewirr aus Rohren, Schläuchen, Ventilen und Messgeräten. Es stinkt nach Tankstelle und faulen Eiern, und manchmal zischt es so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht. Dawn Chapman muss schreien, um den Lärm zu übertönen. "Wie ein Patient auf einer Intensivstation. Wie ein Patient, der am Tropf hängt, finden Sie nicht?"   
Wissenschafter würden sich bestimmt stoßen an ihrer Wortwahl, geht es doch um eine Müllkippe, nicht um einen Schwerkranken. Egal, Chapmans Metapher trifft es ganz gut. Der Zustand des Patienten ist kritisch. Ein unterirdischer Schwelbrand frisst sich durch den Müll im Nordwesten von St. Louis, das Schlauchgewirr soll helfen, ihn unter Kontrolle zu halten. Doch niemand vermag zu sagen, ob und wann das Feuer auf eine zweite, eine geheimnisumwitterte Deponie überspringt. Auf eine Müllhalde namens West Lake, die direkt an die brennende grenzt. Und wie weit es noch entfernt ist. Dreihundert Meter? Oder nur noch zweihundert?   
Abfall als Staatsgeheimnis    
"Sehen Sie dort, das Wäldchen", sagt Chapman und zeigt in die Ferne, wo der Deich des Missouri River eine Barriere in dem flachen Land bildet. Unter den Bäumen, so weiß sie mittlerweile, obwohl es Staatsgeheimnis ist, lagern radioaktive Abfälle. Vor 44 Jahren abgekippt, unter strengster Verschwiegenheit. Falls es irgendwann auch auf der West-Lake-Deponie zu brennen beginnt, wäre der Katastrophenfall eingetreten. 
Ein Katastrophengebiet? Hier? Basketballkörbe neben den Garagenauffahrten, gepflegte Rosenbüsche, akkurat gemähte Rasenflächen. Wer nach Maryland Heights zog, suchte die Ruhe, die Ordnung Suburbias. 2010 fing es dann an mit dem Müllbrand, ohne dass jemand die Anwohner informiert hätte. 
Drei Jahre später setzte sich ein couragierter Feuerwehrmann über die Dienstvorschriften hinweg und schenkte Chapman und ihrer Verbündeten Karen Nickel reinen Wein ein. Die zwei hatten gerade eine Facebook-Initiative gegründet, weil sie riechen konnten, dass mit der Kippe etwas nicht stimmte. Stand der Wind ungünstig, zog beißender Qualm über Maryland Heights. Chapman hat drei Kinder, Nickel vier. Als Chapman einmal mit einer Behörde telefonierte und Fragen stellte, die Wissen verrieten, wurde sie gefragt, ob sie Rechtsanwältin sei. "Nein, ich bin einfach eine Mutter", antwortete sie. Daraus wurde der Name ihrer Gruppe. Just Moms. Einfach Mütter.   
Atemmasken und Augentropfen    
An einem Montagvormittag sitzen beide an Nickels Küchentisch, um zu erzählen, wie sie das Faktenpuzzle Stück für Stück zusammensetzen. Draußen scheint die Sonne, aber Karen Nickel öffnet die Fenster nicht mehr. Im Auto liegen Atemmasken und Augentropfen bereit. Entzündete Augen, Nasenbluten und Kopfschmerzen, das seien die Folgen des Brands.    
Wie ernst die Lage ist, wurde ihnen erst so richtig klar, als die Schulverwaltung im Herbst 2015 merkwürdige Briefe an die Haushalte im Nordwesten von St. Louis verschickte. Im Falle einer Havarie auf der Kippe, stand darin, würden die Schüler in Sicherheit gebracht. Den Eltern wäre es nicht gestattet, sie abzuholen, zumindest nicht gleich. Von Radioaktivität stand nichts in dem Schreiben, obwohl die Verfasser gewusst haben müssen, dass ein radioaktives Krisenszenario die einzige Erklärung für den dringlichen Ton war. So sieht es Karen Nickel, und sie glaubt zu wissen, warum die Warnung so kryptisch ausfiel.    
Top secret    
West Lake ist eine Hinterlassenschaft des Manhattan-Projekts. Was mit dem Manhattan-Projekt zu tun hat, bleibt unter Verschluss. Top secret, bis heute. 
Gemeint ist das Programm zum Bau der ersten Atombombe, benannt nach der Wolkenkratzerinsel, auf der Physiker in einem Labor der Columbia University an der Kernspaltung forschten. Ab 1942 verarbeitete das Chemieunternehmen Mallinckrodt in St. Louis Uranerz aus Katanga, damals Belgisch-Kongo, ehe es nach Chicago gebracht wurde, wo Enrico Fermi einen Nuklearreaktor aufgebaut hatte. Die Rückstände ließ das Energieministerium in der Nähe des Flughafens von St. Louis abkippen. Später übernahm eine Firma namens Cotter Corporation die Halde, die mit der Erweiterung des Flughafens abgetragen und in einem Vorort namens Hazelwood neu aufgetürmt wurde. 
1973 landete der strahlende Müll in West Lake. Das Zeug, hieß es damals, sei fast so gut wie Gartenerde, völlig ungefährlich. 2008 wechselte die Deponie den Besitzer, seither ist der Konzern Republic Services für sie zuständig. Auch die Umweltbehörde EPA, sagt Nickel, sei beharrlich beim Mauern, wo sie doch eigentlich aufseiten der Bewohner stehen müsste. "Es macht keinen Sinn."    
"Wie Gartenerde"    
Matt La Vanchy, ein Schrank von einem Mann, empfängt im Besprechungszimmer seiner Feuerwache, dessen Wände förmlich tapeziert sind mit Müllkippen-Landkarten. Vorsichtig wägt er jedes Wort ab. Was zur Geheimsache erklärt wird, darüber wird umso wilder spekuliert: La Vanchy hat es erlebt, als herauskam, dass es sich bei West Lake um ein Erbe des Manhattan-Projekts handelt. Die Leute hätten ihn bestürmt mit Fragen. Er habe mit Engelsgeduld erklären müssen, erzählt der Vizechef des Feuerwehrdistrikts Pattonville, dass es sich nicht um die Atombombe handle, sondern um ein Nebenprodukt des Bombenbaus. Hysterie zu schüren, sagt er, sei nun wirklich nicht seine Sache. 
Was nicht heißt, dass La Vanchy nicht auch besorgt wäre. Uran, Thorium, Radium, alles Mögliche stecke in dieser Kippe. Nicht auszudenken, wenn es mit Rauchwolken über St. Louis verteilt würde. Doch es bedarf nicht erst eines Brands. Im April, nach heftigen Regenfällen lief das Wasser die Hänge der Deponie hinab, testeten Wissenschaftler den Boden jenseits des Zauns. Die Thorium-Werte lagen weit über dem Zulässigen. Bis dahin hatten die Manager von Republic Services beteuert, nichts könne aus dem umzäunten Gelände gelangen. Die Kultur des Abwiegelns mache alles nur schlimmer, findet La Vanchy. Als er begriff, worum es ging, dachte er, jemand, der die Macht dazu habe, würde umgehend handeln. "Da war ich auf dem Holzweg. Keiner hat etwas getan."    
Häufige Krebsfälle    
Mark Matthiesen glaubt zu wissen, woran das liegt. Am Streit ums liebe Geld. Was es kostet, um den verstrahlten Haufen, mehr als vierzigtausend Tonnen, in einer Höhle irgendwo in den Rocky Mountains zu entsorgen, lässt sich nur schätzen. Summen von 400 Millionen Dollar machen die Runde. Der Deponiebetreiber argumentiert, dass er für Altlasten des Manhattan-Projekts keine Verantwortung trägt. Matthiesen, heute Abgeordneter im Parlament des Bundesstaats Missouri, sieht es ähnlich. "Letzten Endes stehen die Feds in der Pflicht", sagt der Republikaner und meint die Regierung in Washington. Die "Feds" aber bremsen. Man habe Bodenproben in Wohnvierteln entnommen, ein Gesundheitsrisiko gebe es nicht, ließ die EPA wissen. Kaum einer in Maryland Heights nimmt das noch für bare Münze.   
Debbie Disser führt durch einen Park, bis sie auf einer Brücke über dem Coldwater Creek steht. Der Bach weckt Erinnerungen, an seinem Ufer hat ihr Bruder Doug als Kind oft gespielt. Im April 2008, mit 43 Jahren, starb Doug an Krebs. Drei Jahre darauf las Debbie von den Krebsfällen, die sich bei Leuten, die einst in der Nähe des Coldwater Creek lebten, in Hazelwood, der zweiten Station der Atommüll-Odyssee, bedenklich häuften. Seither trägt sie alles zusammen, was sich zu dem Kapitel auftreiben lässt, die Gründliche an der Seite von Chapman und Nickel. "Ich kann nicht lockerlassen, bis die volle Wahrheit auf dem Tisch liegt", sagt Disser. 





https://derstandard.at/2000066727971/Wo-die-USA-die-Reste-der-Bombe-vergraben-haben

October 26 2017

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NUKULAR - DAS WORT HEISST NUKULAR !!!
Damit das jeder wieder mal im Bewusstsein hat: die USA sind weltweit das bisher EINZIGE Land, das die Frechheit besass, eine andere Nation -gleich zweimal!- mit Atombomben anzugreifen. So geschehen am 6. und 8. August 1945 bei Hiroshima und Nagasaki. Und das nur, weil man KONNTE. So aus Spass. Militärtaktisch bestand keine Notwendigkeit, da Japan so oder so vor der Kapitulation stand. Aber man wollte ja schliesslich am lebenden Objekt erforschen, wie die Langzeit-Auswirkungen einer Atombomben-Explosion aussehen.
Bis heute bleiben diese beispiellosen Kriegsverbrechen ungestraft und wenig diskutiert!


https://verschwoerer.jimdo.com/usa/

October 25 2017

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October 22 2017

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October 21 2017

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"Nos centrales nucléaires sont terriblement vulnérables"
1 L'arme lourde
2 Le crash aérien
3 Les drones
4 L'attaque par l'eau
5 Le "mouton noir"
6 La cyberattaque
7 Les convois radioactifs



http://tempsreel.nouvelobs.com/planete/20171012.OBS5876/nos-centrales-nucleaires-sont-terriblement-vulnerables-la-preuve.html
 Erinnert ihr euch an Sellafield? Das ist der Ort der Windscale Piles, dem Anfang des britischen Atomprogramms. 
Die ganze Geschichte von Sellafield und dem Atomprogramm ist ein einzigesDesaster von geradezu biblischen Ausmaßen und jedes Jahr wird es schlimmer.

Und jetzt das:


Bomb disposal experts were called to the Sellafield nuclear reprocessing plant after a routine audit of chemicals stored on the site.

ABER NATÜRLICH besteht da Explosionsgefahr! Was soll da auch sonst bestehen?



https://blog.fefe.de/?ts=a715e9c8

October 16 2017

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Renforcement de la sécurité, stockage, coût du démantèlement... la facture risque d'être salée. Et le retour sur terre risque d’être brutal.

Et si on arrêtait les frais ? Demandons à EDF d'en finir avec cette exception française et d'investir enfin dans des énergies qui sont aujourd'hui bien moins coûteuses...en plus d'être plus sûres et plus propres.



https://www.capital.fr/economie-politique/les-derives-dedf-dans-le-nucleaire-vont-faire-exploser-notre-facture-1248876?amp

 

Der Krieg, der nicht zu Ende geht


Serbien und die Nachwirkungen des Uranwaffen-Einsatzes der US-NATO 1999 
Mehr als eineinhalb Jahrzehnte nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der US-NATO gegen Jugoslawien unter Einsatz hochgiftiger und radioaktiver Uran-Geschosse wird das ungeheure Ausmaß dieses Kriegsverbrechens deutlich: In Serbien haben die aggressiven Krebserkrankungen unter Jung und Alt ein epidemisches Ausmaß angenommen. Das Leid der Menschen schreit zum Himmel. Besonders betroffen ist der Süden Serbiens und Kosovo. Nach Angaben des serbischen Gesundheitsministeriums erkrankt jeden Tag ein Kind an Krebs. Das gesamte Land ist verseucht. Durch die Schädigung des Erbgutes (DNA) werden Generation um Generation missgebildete Kinder zur Welt kommen. Wissentlich und willentlich wurde ein Völkermord begangen. Bis vor kurzem hat die Politik unter Mithilfe der Medien den verunsicherten Bürgern auf Druck der Verursacher des Genozids die Wahrheit vorenthalten. Mutigen und verantwortungsbewussten Ärzten, Ex-Militärs, Ex-Politikern und Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese Mauer des Schweigens zu durchbrechen – zum Wohle des serbischen Volkes und der vielen anderen Völker dieser Welt, die ihr Schicksal teilen.

Uranwaffen sind Massenvernichtungswaffen

Als die USA in Vietnam das Entlaubungsmittel „Agent Orange“ und Napalm einsetzten, war die Welt entsetzt. Das war nicht mehr Krieg, das war Schlächterei an der Zivilbevölkerung und nachhaltige Zerstörung der Natur. 50 Jahre danach kommt dort Generation um Generation schwerbehindert zur Welt – zum Sterben geboren. Doch die Waffenindustrie, auch die Atomwaffenindustrie, hat seit Vietnam ihr Geschäft zügig weiterentwickelt. Alle Kriege sind nach den Rechtsnormen des Nürnberger Tribunals illegale Angriffskriege und sie werden immer mörderischer, hinterhältiger, flächendeckender, genozidaler. So auch der erste Krieg der US-NATO auf europäischem Boden gegen Jugoslawien 1999. Hier setzte die US-Armee unter stillschweigender Duldung der NATO-Verbündeten  – darunter auch Deutschland – eine Massenvernichtungswaffe ein, die sie im 2. Golfkrieg 1991 und in Bosnien-Herzegowina 1994/95 bereits erprobt hat: hochgiftige und radioaktive Uranwaffen. Die NATO selbst hat zugegeben, dass sie 30.000 Geschosse mit abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) abgefeuert hat, das Militär Serbiens spricht von 50.000. Das entspricht 10 bis 15 Tonnen Uran.

Da bereits umfangreiche wissenschaftliche Literatur und Filmmaterial („Deadly Dust“) zu diesem Kriegsverbrechen in deutscher, englischer und serbischer Sprache zur Verfügung stehen (1), hier nur einige Anmerkungen. Wegen des langen Abbauprozesses der Radioaktivität und Toxizität werden Abfälle der Uran- und Atomindustrie – vorwiegend DU des Isotops 238 – für einen sehr langen Zeitraum in gesicherten Deponien gelagert. Zur Verringerung des hohen Kostenaufwands wird DU daher gerne kostenfrei an Interessenten wie das Militär abgegeben. DU besitzt Charakteristika, die vor allem für die Rüstungsindustrie sehr attraktiv sind: Die nach einer deutschen Technologie entwickelten DU-Geschosse (Siegwart-Horst Günther) haben wegen der hohen Dichte des metallischen Urans (1,7 mal größer als die von Blei) eine hohe Durchschlagskraft und sind besonders zum Brechen von Stahlpanzerungen und unterirdischen Beton-Bunkern geeignet. DU ist zudem brennbares Material, das sich beim Durchschlagen einer Panzerplatte von selbst entzündet und bei 3000 Grad Celsius zu Uranoxidstaub verbrennt und dabei hochtoxische und radioaktive Stoffe (Uranoxid) freisetzt. 

Dieses Uranoxid-Aerosol mit Partikelgrößen im Nanobereich gelangt über die Atemluft, das Wasser und langfristig auch über die Nahrungskette in den menschlichen Körper.

In der Lunge werden die DU-Staubteilchen auch an die roten und weißen Blutzellen angelagert und gelangen so in alle Organe des Körpers, auch ins Gehirn, in die Niere und in die Hoden, so dass in vielen Organen Krebs entsteht und die Erbsubstanz (DNA) irreversibel geschädigt wird. Die starke Karzinogenität des DU ist darauf zurückzuführen, dass die Chemo- und die Radiotoxizität synergetisch wirken. (2) Über die Placenta kann das DU auch ein ungeborenes Kind erreichen und ihm schweren Schaden zufügen. Mögliche Langzeitschäden sind genetische Defekte bei Säuglingen, Kinderleukämien, Krebserkrankungen und Nierenschädigungen. Da die Uranoxid-Partikel durch die Verbrennungshitze die Eigenschaft von Keramik angenommen haben, sind sie wasserunlöslich, sitzen in dieser Form im Körper fest und können über Jahre ihre radioaktive Wirkung entfalten. 

Krieg mit Uranwaffen ist wissentlich und willentlich herbeigeführter Völkermord

Für den Biochemiker Albrecht Schott ist DU ein Beispiel für Eingriffe in die Schöpfung, die diese existentiell gefährden und keine Waffe gegen Staaten, sondern eine Waffe gegen den Planeten. (3) Der bekannte deutsche Journalist und Filmemacher Frieder Wagner („Todesstaub“/„Deadly Dust“) bezeichnet Uranwaffen als „Ausrottungswaffe“ und die Opfer dieser mörderischen Waffen als „die Toten des stillen Sterbens“. (4)  Uranwaffen sind die „perfekte Waffe“, um massenhaft Menschen umzubringen, das heißt: einen Völkermord zu begehen. Seit der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung  des Völkermordes von 1948 ist der Genozid ein Straftatbestand im Völkerstrafrecht, der nicht verjährt. Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Deshalb wird der Völkermord auch als „einzigartiges Verbrechen“, als „Verbrechen der Verbrechen“ (engl. „crime of crimes“) oder als „schlimmstes Verbrechen im Völkerstrafrecht“ bezeichnet. (5) 

Die australische Ärztin, Atomwaffenspezialistin und Friedensaktivistin Helen Caldicott schreibt in ihrem Buch „Atomgefahr USA“: „Es ist klar, dass das Pentagon schon lange vor der Operation Wüstensturm (2. Golfkrieg 1991, d. Verf.) um die gesundheitlichen Risiken wusste, die von uranhaltiger Munition ausgehen. In zahlreichen Militärberichten wird eingeräumt, dass Uran-238 Nierenschäden, Lungen- und Knochenkrebs, (nicht bösartige) Erkrankungen der Lunge, Hauterkrankungen, neurokognitive Störungen, Chromosomenschäden und Geburtsfehler verursachen kann.“ (6) Aus diesem Grund sind Kriege unter Einsatz hochgiftiger und radioaktiver Uranwaffen sowohl Kriegsverbrechen als auch wissentlich und willentlich herbeigeführter Völkermord – auch der Krieg gegen Jugoslawien 1999. Gemäß der UN-Konvention gegen Völkermord verpflichten sich die Vertragsparteien, Völkermord bzw. die Personen, die Völkermord begehen, gleichviel ob sie regierende Personen, öffentliche Beamte oder private Einzelpersonen sind, zu betrafen. Ein großes Team, bestehend aus Anwälten und Wissenschaftlern aus Serbien, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, China, England und der Türkei verklagt die NATO deshalb, während des Krieges 1999 gegen Jugoslawien Bomben mit abgereichertem Uran abgeworfen zu haben. Diese Klage wird auch den Völkern helfen, die das Schicksal Serbiens teilen. (7) 

Aggressive Krebserkrankungen in Serbien erreichen epidemisches Ausmaß

Die Bombardierung Serbiens dauerte 78 Tage. 1031 Soldaten wurden getötet, 5173 Soldaten und Polizisten verwundet, 2500 Zivilisten umgebracht – darunter 78 Kinder – und über 6000 Zivilisten verwundet. Neben den Projektilen mit DU, die zudem Spuren des hochgiftigen Plutoniums aufwiesen, sind auch andere explosive Kombinationen und Raketenkraftstoffe mit bestimmten chemischen Verbindungen verwendet worden, die bei Explosionen sehr giftig wirken und Krebserkrankungen bewirken. Die Rate dieser Krebserkrankungen wuchs von Jahr zu Jahr. Auch stieg die Zahl der Neugeborenen mit Missbildungen und die Anzahl aggressiver Leukämieerkrankungen bei Kindern. (8) Vor über einem Jahr wurden Schätzungen des serbischen Verbands zur Krebsbekämpfung bekannt: Studien hätten gezeigt, dass der Einsatz der Uranwaffen zwischen 2001 und 2010 zu 15.000 Krebserkrankungen und 10.000 Toten geführt habe, so der Verbandsleiter und Onkologe Prof. Slobodan Cikaric. Insgesamt habe es in diesem Zeitraum 330.000 Krebserkrankungen in Serbien gegeben. Die Todesrate habe seit 1999 jährlich um 2,5 Prozent zugenommen. (9)


Missbildung durch Uranmuition (aus dem Film „Deadly Dust“)

Bereits 2013 äußerte Prof. Cikaric in der Zeitung „Blic“, dass Serbien 14 Jahre nach der Bombardierung mit DU eine Explosion von Krebserkrankungen aller Art erwarte. (10) Er sollte Recht behalten. Übermittelt sind Zusammenbrüche des Immunsystems mit ansteigenden Infektionskrankheiten, schwere Funktionsstörungen von Nieren und Leber, aggressive Leukämien und andere Krebserkrankungen (auch Mehrfachkrebs), Störungen im Knochenmark, genetische Defekte und Missbildungen sowie Aborte und Frühgeburten bei Schwangeren wie nach der Tschernobyl-Katastrophe. Liest man heute eine serbische Zeitung oder geht über einen serbischen Friedhof, dann fällt einem in den seitenlangen Todesanzeigen oder den Grabinschriften die kurze Lebenszeit vieler Verstorbener ins Auge. Es müsste jeweils heißen: „Gestorben an den Folgen von DU-Vergiftung und -Verstrahlung.“

Viele Bürger Serbiens wurden aufgrund jahrelangen Mitleidens mit kranken Angehörigen und wegen des ängstlichen Abwartens, ob und wann auch sie evtl. von einer der schrecklichen und meist tödlich verlaufenden Krankheiten eingeholt werden, psychisch stark belastet. Auch wenn die meisten von ihnen die Ursache der schweren Erkrankungen erahnten, blieb trotzdem eine große Verunsicherung, die anhaltende Stressgefühle auslöste. Von politischer Seite hat man sowohl in Serbien wie auch in den anderen mit DU verseuchten Ländern im Nahen und Mittleren Osten und in den NATO-Ländern selbst die Bevölkerung bewusst nicht aufgeklärt. Man wollte sich u.a. Regressforderungen entziehen und das mörderische Handwerk ungestört weiterführen. Stress, Ängste wie auch Depressionen schwächen das bereits belastete Immunsystem zusätzlich und führen zu einer höheren Infektionsanfälligkeit. Das zeigen Forschungsergebnisse des interdisziplinären Forschungsgebiets der Psycho-Neuro-Immunologie (PNI). (11)

Volk hat Recht auf Wahrheit

Um das eigene Leben und das der Familie befriedigend gestalten und Vorsorge für die Zukunft treffen oder als Ehepaar entscheiden zu können, ob man Kinder in die Welt setzen will oder nicht, dafür muss jeder Bürger die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gegebenheiten in seinem Land realistisch einschätzen können. Das kann er aber nicht, wenn ihm die Wahrheit über Vorkommnisse vorenthalten werden, die sein Leben stark beeinträchtigen können. Deshalb ist es eine moralische Verpflichtung all derer, die sich mit dem Problem der Verseuchung des Landes auseinandergesetzt haben – Ärzte, Wissenschaftler, Journalisten, von Kontamination betroffene Militärs und Zivilisten –, die Mitbürger aufzuklären und ihnen beizustehen.

Hinzu kommt, dass die Identität eines Volkes auf dem Recht der Bürger auf Wahrheit und das Wissen um ihre Geschichte gründet. Historiker und Vertreter weiterer Wissenschaften haben dazu einen wichtigen Beitrag zu leisten. Die Auseinandersetzung darf aber nicht ihnen allein überlassen werden. Die Suche nach der Wahrheit und die Aufklärung des Volkes ist auch eine politische Aufgabe, die von politischen Verantwortungsträgern zu lösen ist und unter keinen Umständen von ihnen unterbunden werden darf. Regierung und Parlament haben sich zu positionieren. Wie können Bürger einer Regierung oder Volksvertretung vertrauen, die ihnen die Wahrheit über ein Problem vorenthalten, das sie alle existentiell betrifft.


Fußnoten:


(1) Jovanovic, V., Petkovic, S., Cikaric, S. (2012). CRIME IN WAR – GENOCIDE IN PEACE. The consequences of NATO bombing of Serbia in 1999, Sluzbeni glasnik Beograd; Caldicott, H. (2003). Atomgefahr USA. Kreuzlingen/München;  Wagner, F. (2007). „Deadly Dust - Todesstaub “, https://www.youtube.com/watsch?v=GTRaf23TCUi sowie Artikel in NRhZ online und „Geopolitika“, Mai 2014; Bertell, R. (2013). Radioaktivität und die Auslöschung des Lebens – Sind wir die letzten Generationen? NRhZ online Nr. 436 v. 11.12.2013; Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.: ippnw report (2012). Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition. Berlin. 
(2) S.a.a.O.
(3) Schott, A. (World Depleted Uranium Centre e.V., WODUC e.V.) (2003). Fluch und Tragödie des Uranmissbrauchs. Berlin.
(4) Wagner, F. (2010). Uranbomben – Die verheimlichte Massenvernichtungswaffe. Berlin.
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord.
(6) Caldicott, H. (2003). Atomkrieg am Golf und im Kosovo, in: Atomgefahr USA. Kreuzlingen/München, S. 260.
(7) S. Leukefeld, K. (2015). Uranwaffen gegen IS?  http://www.jungewelt.de/2015/03-03-/053.php.
(8) Mirjana Andjelkovic Lukic (2012). Serbien – gestern und heute, in: „Zeit-Fragen“. Zürich.
(9) http://derstandard.at/2000033576195/Serbischer-Verband-10-000-Krebstote-durch-NATO-Bomben-im-Jahr-1999.
(10) „Cikaric: Iduce godine ocekujemo ‚eksploziju’ malignih oboljenja“, in: „Blic“ online v. 13.12.2013. Belgrad.
(11) https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoneuroimmunologie.





http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24205

October 15 2017

7875 d139

October 14 2017

October 13 2017

Hmm, wenn Japans Atomkraft-Industrie von einem Tsunami in Schutt und Asche gelegt werden kann, und die haben Erfahrung mit Erdbeben und Tsumanis, … wie sieht denn das eigentlich in Frankreich aus? Die haben ja eher Erfahrung mit Ebbe und Flut. Wie sind denn deren Standards so?

Wie sich rausstellt: Eher nicht so gut.


Die Sicherheitsvorkehrungen für das französische AKW Tricastin gelten seit Jahren als unzureichend. Ende September zog die Atomaufsicht nun die Reißleine und wies die Abschaltung aller vier Reaktoren an. Die Sorge: Ein Szenario wie in Fukushima.


Du weißt, dass es schlimm ist, wenn die französische Regulierungsbehörde die Reißleine zieht!


https://blog.fefe.de/?ts=a71ea6d9

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