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Im AKW Neckarwestheim 2 geschieht ungeheuerliches: 

Im Dampferzeuger, dort wo das heiße Wasser aus dem Reaktorkern durch unzählige dünne Röhren fließt, um das Wasser für die Turbinen zu erhitzen, sind über 100 Rohre rissig. Weitere 23 sind von Lochfraß betroffen. Die Risse ziehen sich quer um die Rohre. Die normalerweise 1,2 Millimeter starken Wände sind stellenweise nur noch 0,1 Millimeter dick. Dabei müssen die Rohre teilweise Druckunterschiede von 80 bar und Temperaturschwankungen von mehreren Hundert Grad aushalten.
Mutmaßliche Ursache der Risse ist nach Aussage des Stuttgarter Umweltministeriums Spannungsrisskorrosion. Das bedeutet, dass die Risse urplötzlich entstehen und unvorhersehbar weiter reißen können. Weder der Betreiber EnBW noch die Atomaufsicht können bisher sagen, wann diese Risse entstanden und wie schnell sie gewachsen sind. Sie können deshalb auch nicht ausschließen, dass in den kommenden Monaten neue Risse entstehen und gefährlich wachsen.

Reißt auch nur ein einziges der mehr als 16.000 Heizrohre des Reaktors im Betrieb ab, ist das bereits ein schwerer Störfall. Die Gefahr, dass die dann unter hohem Druck umher schlagenden losen Rohr-Enden weitere benachbarte Rohre beschädigen, ist groß – insbesondere, wenn diese ebenfalls bereits Risse aufweisen. Schlägt so ein weiteres Heizrohr leck, ist der Störfall auslegungsüberschreitend und nach offiziellen Angaben nicht mehr sicher beherrschbar. Selbst eine Kernschmelze ist dann nicht mehr ausgeschlossen.

.ausgestrahlt hat gemeinsam mit örtlichen Aktivist*innen durch zwei Aktionen auf die Misere in Neckarwestheim aufmerksam gemacht. Am Freitag letzter Woche projizierten wir auf die Kuppel des AKW den Schriftzug: „Wir flicken bis zum Super-GAU – EnBW“ (Fotos: Stefan Mayer). Viele Zeitungen brachten die Bilder. Gestern folgte eine große Fuhre Schrott, die wir in Stuttgart vor dem Umweltministerium abkippten, verbunden mit der Forderung: „Schrottreaktor Neckarwestheim endlich abschalten!“

Die EnBW will den Reaktor am 6. November wieder in Betrieb nehmen. Ein Skandal! Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) muss das verhindern. Bis die Ursache sowohl der Risse als auch des Lochfraßes an den Rohren eindeutig geklärt und behoben ist, darf der Reaktor nicht wieder ans Netz.

Deshalb schreib jetzt an Untersteller, entweder per E-Mail an poststelle@um.bwl.de oder per Post an Minister Franz Untersteller, Umweltministerium, Kernerplatz 9, 70182 Stuttgart.

Allen aus der Region empfehlen wir in dieser zugespitzten Situation eine Teilnahme am Sonntagsspaziergang in Neckarwestheim:
WANN: am 4. November, um 14 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz „Schöne Aussicht“ am AKW Neckarwestheim
Nähere Infos zu dieser Aktion findest Du hier.




https://www.ausgestrahlt.de/

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Schweinderl