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NWA Schweiz
Notfallkühlung in Mühleberg ungenügend!

Das Bundesverwaltungsgericht gibt der Klage von zwei Anwohnern in zwei Punkten recht. 

Das AKW Mühleberg kann nicht, wenn es bei einem Hochwasser bereits unter Wasser steht, und Mühleberg stand schon zweimal unter Wasser eines Aarehochwasser, noch damit rechnen, dass die Feuerwehr mobile Pumpen anschliessen und so den Reaktor kühlen. 

Die Feuerwehrleute würden einen Meter tief im Wasser stehen, mitten im Treibholz, und müssten mit Feuerwehrpumpen, die einen tieferen Druck aufbringen können, als im Reaktor herrscht, Wasser in den Reaktor hineinpumpen. Was physikalisch nicht geht.

Das ist ein Punkt, den wir als NWA schon immer bemängelt hatten. Zu dem wir auch eine Frage an den Bundesrat veranlasst hatten, der unsere Frage dann einfach weggewischt hat.

Ganz besonders freut uns ein zweiter Punkt im Urteil, den wir als NWA seit Jahren kritisiert hatten. Auch dazu stellten wir eine Fage an den Bundesrat, auch diese Frage hat er einfach weggewischt. Wie oben hatte der Bundesrat einfach geschrieben, das ENSI sei zuständig, das ENSI mache das sicher richtig.

Unsere Frage war damals:
Im Notfall muss im Kernkraftwerk Mühleberg automatisch Wasser vom Kondensator in den Reaktordruckbehälter gepumpt werden - mit Strom aus Susan-Batterien, die nicht erdbebenfest und nicht überschwemmungssicher sind. Dann muss der Innendruck so stark abfallen, dass Wasser aus dem Reservoir mit Eigendruck einfliessen kann, bis die Feuerwehr ihre Pumpen an den Reaktordruckbehälter anschliessen kann.
Glaubt der Bundesrat, dass sich das Kernkraftwerk Mühleberg im Notfall an die vorgedachte "Choreografie" hält und ohne redundante Notfallkühlung betrieben werden darf?

Antwort des Bundesrates vom 09.03.2015
In den schweizerischen Kernkraftwerken sind sowohl der Normalbetrieb als auch die Beherrschung von Störfällen oder Extremereignissen geregelt. Auf Seite der Werke gibt es dazu betriebliche und auf Seite der Aufsichtsbehörde rechtliche Vorgaben. Im Rahmen von Sicherheitsanalysen werden zudem alle möglichen Störfallursachen und -abläufe untersucht und beurteilt. Die Behandlung von Notfallsituationen wird auch periodisch in breit angelegten Notfallübungen getestet. Beim Kernkraftwerk Mühleberg haben aktuelle Überprüfungen des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorates gezeigt, dass das gesamte Susan- Notstandsystem gegen Überflutung und Erdbeben ausgelegt ist. Demnach besitzen die Notstandsysteme hinsichtlich der aktuellen Gefährdungen durch Erdbeben und Überflutung ausreichende Sicherheitsmargen, einschliesslich der Batterien des Susan. Der Bundesrat ist davon überzeugt, dass das Ensi bei Bedarf die erforderlichen Massnahmen gegenüber dem Betreiber des Kernkraftwerks Mühleberg anordnet.

Aber jetzt ist das eben doch nicht so.

Zitat aus dem Gerichtsurteil:

„Kurz gefasst: Es ist nicht ersichtlich, wie die Notkühlung des Reaktors über das Hochreservoir über längere Zeit aufrechterhalten werden soll und kann.“

Genau das hatten wir immer bemängelt!

Jetzt wissen wir also gerichtlich bestätigt, dass Mühleberg ohne vernünftige Notfallkühlung betrieben wird. 

Das Hochreservoir Runtigenrain könnte nur eine kurze Zeit helfen, und die Idee mit den im Treibholz schwimmenden Feuerwehrleuten mit ihren zu schwachen Pumpen war eh schon immer absurd.

Und immer daran denken: Diese Notfallkühlung aus dem Hochreservoir Runtigenrain wurde als Nachrüstung erst 2014 gebaut. Vorher hatte Mühleberg GAR NICHTS.

Die ungenügende Notfallkühlung wird wohl bis Ende 2019 so bleiben.
Es ist nicht damit zu rechnen, dass das ENSI die Bevölkerung vor dem AKW beschützt.
Bis jetzt hat das ENSI immer die AKWs vor der Bevölkerung beschützt.




https://energisch.ch/akw-muehleberg-bundesverwaltungsgericht-heisst-beschwerde-von-zwei-anwohnern-teilweise-gut/5237/



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Schweinderl