Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

Schweizer Atomsünden auf dem Meeresboden


Bis 1982 hat die Schweiz mehrere Tausend Fässer mit radioaktivem Abfall in den Atlantik werfen lassen. Nun wird die Forderung laut, sie müsse den Müll bergen. Die grösste Gefahr schlummert jedoch im Nordmeer.


Bildergebnis für nordsee atommüll verklappen

Der Meeresgrund vor Europa wurde während mehrerer Jahrzehnte zur Entsorgung von Atommüll genutzt. Auch die Schweiz hat von den «dumping grounds» im Atlantik Gebrauch gemacht. Zwischen 1969 und 1982 sei ein grosser Teil der hiesigen radioaktiven Abfälle verklappt worden. 5341 Tonnen sind es laut dem Eidgenössischen Nuklearinspektorats (Ensi) gewesen, berichtet «20 Minuten online».

Bis 1992 haben neun europäische Staaten angeblich 222'732 Fässer mit 114'726 Tonnen atomarer Abfälle im Nordatlantik und im Ärmelkanal versenkt. Und noch heute werde radioaktives Abwasser von Wiederaufbereitungsanlagen vom Land aus ins Meer geleitet. In der Irischen See und im Ärmelkanal geschieht das laut Arte «jeden Tag». Der Sender hat am Dienstag zwei Dokumentationen zu diesem weitgehend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwundenen Thema ausgestrahlt.

Nun fordern Umweltverbände und Politiker, dass die Fässer gehoben werden. Die Schweiz sei gar gesetzlich dazu verpflichtet, sagt der Grünen-Nationalrat Geri Müller (AG) gegenüber «20 Minuten online»: «Es muss alles zurück bis aufs letzte Gramm.» Er will ein international koordiniertes Vorgehen.

«Geleugnet, heruntergespielt oder verheimlicht»

In einem ersten Schritt steht für Greenpeace aber ein Monitoring im Vordergrund. «Wir müssen wissen, was mit der Radioaktivität passiert und welche negativen Auswirkungen sie auf die Meeresfauna hat», sagt Sprecherin Sibylle Zollinger im selben Medium. Denn die beteiligten Regierungen hätten die Überwachung eingestellt, berichtet Arte. Und dies ausgerechnet, nachdem man Hinweise gefunden habe, dass Fässer leckgeschlagen seien. Die wahre Faktenlage wird heute laut dem Sender «geleugnet, heruntergespielt oder verheimlicht».

In den Fässern der neun europäischen Staaten lagern laut offiziellen Angaben schwach- bis mittelradioaktive Abfälle. Sie sind in Beton oder Asphalt eingelassen. Das Gewicht der Schweizer Fässer habe zu 99,9 Prozent aus der Betonummantelung bestanden.

Hohes Risiko einer unkontrollierten Kettenreaktion

Atommüll eines anderen Kalibers lagert in arktischen Gewässern und auch im Pazifik. Russland respektive die Sowjetunion hätten dort drei Atom-U-Boote, 14 Atomreaktoren von solchen U-Booten und Eisbrechern (zum Teil samt Brennstäben), 17'000 Container und 19 Frachter mit radioaktiven Abfällen versenkt, schreibt die «Süddeutsche Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar) gestützt auf eine der beiden Arte-Dokumentationen.

Besonders gefährlich sind demnach die Atom-U-Boote K-159 und K-27. Es besteht laut dem Entwurf für einen Bericht eine «hohe Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Kettenreaktion». Bis 2014 müssten die U-Boote gehoben werden. Die Kosten werden pro U-Boot auf umgerechnet rund 75 Millionen Franken geschätzt. (rub)

Erstellt: 25.04.2013, 11:31 Uhr








https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schweizer-Atomsuenden-auf-dem-Meeresboden/story/27007216

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl