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January 29 2012
January 27 2012
January 26 2012
Ärger um Mülleinlagerung im Heilbronner Bergwerk

In solche Säcke verpackt wird Müll verschiedenster Art in der Untertagedeponie der Südwestdeutschen Salzwerke eingelagert. Dazu gehört auch Müll aus Anlagen, die der Überwachung nach dem Atomgesetz unterliegen
Rückblick: Im März 2011 informierten die Umweltschützer die Öffentlichkeit darüber, dass in der Untertagedeponie Heilbronn 82 Fässer (20 Tonnen) Reststoffe eingelagert wurden, deren Inhalt "teils schwach radioaktiv" war, wie der damalige Vorstand der Südwestdeutschen Salzwerke (SWS) AG, Ekkehard Schneider, einräumte. Entscheidend für das Unternehmen war die Tatsache, dass dieser Abfall aus dem Atomrecht entlassen wurde, die Strahlenbelastung also unterhalb der Grenzwerte lag, die die Strahlenschutzverordnung festlegt.
Größere Mengen
Heute steht fest, dass erheblich mehr Mengen solcher Reststoffe im
Heilbronner Bergwerk eingelagert wurden. Statt 20 sind es 2292 Tonnen an
Abfällen, die die Umweltschützer als "schwach radioaktiv bezeichnen".
"Auch im Salzbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf wurden über 100 000
Tonnen Bauschutt und Aushubmaterial aus dem Hanauer Brennelementewerk
der Nukem GmbH beziehungsweise der Siemens AG eingelagert", teilte BUND-
Regionalgeschäftsführer Gottfried May-Stürmer gestern mit.
Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei den Reststoffen allerdings nicht um radioaktiven Müll − weil die Grenzwerte nicht überschritten werden. Darauf weist Jörg Dörfel, Geschäftsführer der SWS-Entsorgungstochter UEV hin. Dies räumt auch May-Stürmer ein, der zudem klarstellt, dass die Salzbergwerke durch die Einlagerungen nicht zu Atommülldeponien würden.
Verärgert sind die Umweltschützer jedoch über die Informationspolitik der Stadtverwaltung. "Vierzehneinhalb Monate hat die Aufklärung gedauert", sagte Linke-Stadtrat Hasso Ehinger, der dem Oberbürgermeister eine Salamitaktik vorwirft. Auch Grünen-Stadträtin Susanne Bay bescheinigt Himmelsbach in Sachen Transparenz "noch Luft nach oben".
"Die Bevölkerung hat ein Recht auf Information, wenn hier schwach radioaktive Abfälle aus drei Atomkraftwerken und einer Brennelementefabrik eingelagert werden", sagte May-Stürmer. Franz Wagner von der Energiewende Heilbronn forderte mit Blick auf den Atomausstieg, dass die Entsorgungsfrage "in einem transparenten Prozess diskutiert und entschieden" wird.
Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach weist die Kritik vehement zurück. "Wir haben alle Fragen so beantwortet, wie sie gestellt wurden." Da die Einlagerungen rechtmäßig erfolgt seien, habe es keinenGrund gegeben, die Öffentlichkeit zu informieren. "Ich wehre mich dagegen, dass mir der Schwarze Peter zugeschoben werden soll", sagte Himmelsbach und warnte davor, Ängste vor Atommüll zu schüren.
Positiv werteten die Umweltschützer die Absichtserklärung von Stadt und Salzwerken, in Zukunft keine weiteren Mengen an freigemessenen Abfällen mehr einzulagern. Wie UEV-Chef Dörfel auf Anfrage mitteilte, hat das Unternehmen das Vorhaben aufgegeben, in den nächsten drei Jahren 450 Tonnen Abfälle aus dem Atomkraftwerk Philippsburg einzulagern. Kommentar "Ungeschickt"
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige-Aerger-um-Muelleinlagerung-im-Heilbronner-Bergwerk%3Bart16305,2356478
January 25 2012
Bremen: Hafen-Verbot für Atomtransporte beschlossen

Vertreter der Parteien argumentierten mit den Gefahren der Transporte und dem fehlenden Einfluss des Landes auf Entscheidungen des Bundes. Es gehe ihnen vor allem um die Sicherheit in den Häfen sowie den Schutz der Interessen anderer Nutzer in den Häfen von Bremen und Bremerhaven. Atomtransporte führten wegen Sperrungen und Demonstrationen zu Behinderungen, so die Parteien in ihrer Begründung.
- “Wir wollen keine Atomtransporte”, so SPD-Hafenexperte Frank Schild. Das Gesetz habe ein ganz klares politisches Ziel.
Die CDU stimmte gegen das Gesetz: es sei unsolidarisch gegenüber anderen deutschen Hafenstädten. Zudem verstoße die Gesetzesänderung gegen nationales Recht und sei verfassungswidrig. Kritik hatte es im Vorfeld bereits vom Bund und der Handelskammer gegeben.
- Ab 2015 sollten mehrere Castoren mit radioaktivem Müll aus dem britischen Sellafield zurück nach Deutschland kommen. Als Umschlaghafen ist laut einem internen Schreiben in erster Linie Bremerhaven vorgesehen. Dafür braucht es nun eine Alternative.
Atomkraftgegner sehen in dem Gesetz einen bemerkenswerten Vorstoss auch mit Blick auf die Ernsthaftigkeit in der Umsetzung des Atomausstiegs:
“Die Stadt Bremen hat verstanden, dass zu einem Ausstieg auch das Unterbinden von Transporten, die zur Zeit der Herstellung von Brennstoff für Reaktoren in aller Welt dienen, gehört. Doch ist dieses Gesetz erst ein Anfang, denn es betrifft nur einen Teil der durch Bremen rollenden Atomtransporte. Wir fordern daher, den Hafen vollständig für alle Arten von radioaktivem Material zu sperren, dass der Atomindustrie für den Weiterbetrieb ihrer Anlagen dient”, so Jan Becker von contrAtom. “Wenn weitere Hafenstädte dem Beispiel Bremens folgen, werden den Atomkonzernen diese ‘lebenswichtigen’ Transportwege erheblich verkompliziert – und ein Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau oder der Brennelementefabrik in Lingen erschwert. Neben den lokalen Anliegen muss das gemeinsames politisches Ziel sein.”
In Hamburg hatten am 23.01. Atomkraftgegner gegen die Ankunft von Uran protestiert, das dort regelmäßig mit Schiffen anlandet. Die Aktivisten fordern die sofortige Entwidmung des Hamburger Hafens für Atomtransporte!:
- Aktion: Keine Atomtransporte durch Hamburg und anderswo!
23. Januar 2012 – Heute morgen wurde von Hamburger Atomkraftgegner mit einer Mahnwache im Hafen auf einen ankommenden Atomtransport hingewiesen. Am frühen Morgen legte das russische Schiff ‘Kapitan Yakovlev’ mit Uranhexafluorid an Bord am Athabaskakai an.
- Sellafield-Castor ab 2015 über Bremerhaven
17. Januar 2012 – Ab 2015 sollen 20 oder 21 Castorbehälter aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield über Bremerhaven nach Deutschland verschifft werden. Das Ziel für die Behälter ist derzeit Gorleben, schon im März soll ein erster Probetransport stattfinden.
- Bremen macht es vor: Atomtransporte verbieten!
15. Oktober 2011 – Bremen plant den Verbot für Atomtransporte. Ein Gutachten hat nun festgestellt, dass es zulässig ist, die bremischen Häfen für Atombrennstoffe zu sperren. Damit könnte die Stadt Vorreiter für andere Häfen werden, die den Umschlag von hochgefährlichem radioaktivem Material untersagen.
- Atomausstieg – Die Wahrheit Teil 8: Atomtransport rollen weiter durchs Land
28. Juni 2011 – Deutschland steigt aus. Bis 2022 sollen in einem Stufenplan alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, das erste bereits 2015. Schwarz/gelb feiert das eigene Einknicken im Fortbestand der Atomenergie als Erfolg, rot/grün stimmt mit dem Argument “alternativlos” zu. Doch weiterhin rollen gefährliche Atomtransporte durch Deutschland. Eine Verbesserung der Sicherheit gibt es seit Fukushima nicht. Und durch den Abbau der AKW werden die Transport noch weiter zunehmen.
- Gutachten: Bremen darf Häfen für Atomtransporte sperren
10. März 2011 – Das Land Bremen kann Atomtransporte nicht verhindern, aber stoppen. Möglich ist das durch eine Teilentwidmung der Bremischen Häfen. Das jedenfalls geht aus einem Gutachten hervor, das die Rechtsanwälte Rainer Kulenkampff und Stefan Ripke im Auftrag der Bürgerschaftsfraktion der Linken erstellten.
Quellen (Auszug): dpa, verkehrsrundschau.de; 25.01.2012
http://www.contratom.de/2012/01/25/bremen-hafen-verbot-fur-atomtransporte-beschlossen/
http://blog.fefe.de/?ts=b1de8fc5
January 24 2012
Riesenverlust beim Energieunternehmen BKW
Riesenverlust für das Berner Energieunternehmen BKW. Statt wie budgetiert 100 Millionen Franken im Plus, schliesst das Unternehme das Jahr 2011 mit 150 Millionen Minus ab.
50 von 54 Atomreaktoren sind abgeschaltet

Der japanische Energieversorger Tepco hat angekündigt, seinen vorletzten noch aktiven Reaktor herunterzufahren. "Kashiwazaki-Kariwa 5" an der japanischen Westküste werde am Mittwoch zu Wartungsarbeiten abgeschaltet, für mindestens fünf Monate, teilte das Unternehmen mit. Dann ist nur noch ein Reaktor der Fukushima-Betreiberfirma aktiv, 16 Kraftwerke stehen still - wie die meisten Atomanlagen in Japan.
Geht es nach dem aktuellen Wartungsplan, könnten bis Mai sämtliche Reaktoren in Japan abgeschaltet sein - zumindest vorübergehend. Im ganzen Land gibt es 54 Atomanlagen, davon waren bislang nur noch fünf am Netz. Am Freitag fährt auch das Unternehmen Chugoku Electric seinen Reaktor "Shimane 2" herunter - dann produzieren nur noch drei Atomkraftwerke in Japan Strom.
Wann abgeschaltete Anlagen wieder ans Netz gehen, ist ungewiss. Eigentlich schreiben die japanischen Behörden lediglich vor, Reaktoren zu Kontrollzwecken alle 13 Monate für einige Wochen herunterzufahren. Japans Industrieminister Yukio Edano sagte jedoch vergangene Woche, es müssten Maßnahmen getroffen werden, falls im Sommer keine Atomanlage zur Stromerzeugung mehr in Betrieb sei. Japans Energieversorger wollen zum Ausgleich wieder mehr konventionelle Kraftwerke zuschalten.
Am 11. März vergangenen Jahres hatte ein schweres Erdbeben einen riesigen Tsunami ausgelöst, der weite Teile des Nordostens des Landes verwüstete. Mehr als 19.000 Menschen starben. Durch die Naturkatastrophe wurde mit der Beschädigung des Atomkraftwerks Fukushima das schwerste Atomunglück seit der Katastrophe von Tschernobyl ausgelöst.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811196,00.html
Ringwallspeicher-Hybridkraftwerk
Die von Stefan Schiessl aus Dachau geschaffene Grafik wurde in ähnlicher Form erstmals in Bild der Wissenschaft, Heft 10/2010 veröffentlicht. Sie zeigt wesentliche Elemente eines Ringwallspeichers, der zu einem Hybridkraftwerk erweitert wurde.

Das dargestellte Ringwallspeicher-Hybridkraftwerk bedeckt mit seinen 11,4 Kilometern Durchmesser eine Fläche, die 25% größer wäre, als der Chiemsee. Der 215 Meter hohe Ringwall umschließt das Oberbecken mit einem Durchmesser von sechs Kilometern. In Kombination mit ca. 2000 großen Windenergieanlagen in der Region, Solarenergieanlagen im Oberbecken und auf Dächern des Versorgungsgebiets, liefert das Ringwallspeicher-Hybridkraftwerk 3,2 Gigawatt Spitzenleistung und zwei Gigawatt Durchschnittsleistung. Es ersetzt damit zwei Kernkraftwerke und garantiert besser als diese, eine sichere, robuste und jederzeit bedarfsgerechte Stromversorgung.
Die Wasserflächen eröffnen Freizeitmöglichkeiten in vielfältiger Form. Der Wall ermöglicht Berg- und Wintersportmöglichkeiten auch im flachen Land. Die Pegelschwankungen im Unterbecken bleiben unter 20 Metern, finden nur langsam statt und fallen geringer aus, als beispielsweise am Edersee in Hessen, der das Zentrum einer beliebten Erholungsregion ist.
http://www.ringwallspeicher.de/
January 23 2012
Frankreichs Nuklear-Behörde: AKW Cattenom ist sicher. Störfallserie geht weiter.
Erst Ende 2011 hat Frankreichs Atomaufsichtsbehörde ASN alle französischen Atomreaktoren nach erfolgreich absolviertem Stresstest als sicher erklärt – darunter auch das Atomkraftwerk Cattenom. Alle Atomkraftwerke können nach Ansicht von ASN bedenkenlos weiter betrieben werden – auch wenn Nachrüstungen nötig sind. Eine sofortige Stilllegung sei jedoch bei keinem einzigen Kraftwerk notwendig.

Das Kernkraftwerk Cattenom liegt an der Mosel, zwölf Kilometer von der saarländischen Grenze und neun Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt. Betreiber ist die französische Gesellschaft EDF. Am 13.11.1986 ging der erste Reaktorblock in Betrieb, der Bau begann bereits am 29.10.1979 begonnen.
Heute gab es im Atomkraftwerk Cattenom den dritten, gemeldeten Zwischenfall in diesem Jahr. Nach Berichten von wort.lu sorgte ein defekter Ventilator für einen Feuerwehreinsatz. Gegen 6 Uhr morgens wurde im Maschinenraum der Produktionseinheit 2 ein Alarm ausgelöst.
Vor Ort wurden Öldampf verbunden mit Rauchentwicklung festgestellt und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Laut EDF gab es durch den Zwischenfall “keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage, des Personals oder der Umwelt”. Der Maschinenraum liegt nicht im direkten Nuklearbereich der Anlage. Der Reaktor konnte mit voller Leistung weiter arbeiten.
Bereits vor wenigen Tagen, am 18.01.2012 wurde ein Ereignis der Stufe 1 auf der INES-Skala vom Betreiber EDF gemeldet.
INES 1: Abweichung vom normalen Betrieb der Anlage (Nichtbehebung der Problemquelle könnte allenfalls zu einem höherstufigen Folgeereignis führen)
Quelle: Wikipedia
Bei der Durchführung einer wiederkehrenden Prüfung wurden im Atomkraftwerk Cattenom das Fehlen einer Durchlassöffnung von 20 Millimetern Durchmesser in einer Rohrleitung festgestellt.
Aufgetreten ist dieser Fehler in den Blöcken 2 und 3 in Rohren, in denen das Wasser der Lagerbecken für Brennelemente gekühlt und gereinigt wird. Laut EDF habe “zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Umwelt bestanden” und die Entdeckung habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage, sondern sei lediglich eine Abweichung von der Konstruktionsbeschreibung.
Der erste gemeldete Zwischenfall in diesem Jahr im grenznahen AKW Cattenom ereignete sich gegen am 05.01.2012 gegen 13:15 Uhr. Block 4 deaktivierte sich selbständignachdem sich ein Schieber im sekundären Heizkreislauf ungewollt geöffnet habe . Durch die automatische Abschaltung entstand Abdampf, welcher durch die geöffneten Sicherheitsventile auch außerhalb der Anlage für ca. 15 Sekunden zu hören war.
Ob dieser Zwischenfall mit dem Orkantief Andrea zusammenhängt, der in der Mittagsstunde über Luxemburg und Lothringen hinwegfegte, ist ebenfalls noch nicht bekannt.
In allen drei Fällen laufen derzeit noch Untersuchungen, wie es zu den Zwischenfällen kommen konnte.
Weiterführende Links
- 23.01.2012 12:20 Uhr, wort.lu
- KKW Cattenom, Ereignis Stufe 1 auf der INES-Skala (Störung) am 18.01.2012
- 06.01.2012, 09:40 Uhr, newsecho.de
- 04.01.2012: Frankreichs Nuklear-Behörde erklärt auch Cattenom für sicher
- Focus Online 30.08.2011, 19:50: “Nur wenige Tage nach dem Wiederanfahren von Block 2 musste das AKW notabgeschaltet werden. Am Montagnachmittag hätten Schwankungen des Wasserniveaus der Dampferzeuger zu einer Schnellabschaltung geführt, (..)”
- 21. Juli 2010 “Im französischen Atomkraftwerk Cattenom
ist es am Dienstagvormittag zu einem Zwischenfall gekommen. Der Reaktorblock 3 musste sofort abgeschaltet werden. (…) Laut Unternehmen kam es gegen 10 Uhr zu einer Panne in der Stromzufuhr, die zu einem ungeplanten Verschluss eines Ventils am Sekundarkreislauf geführt habe. Dieser Kreislauf transportiert Wasserdampf zu den Turbinen.” - 27.01.2011 “Störfall-Häufung im Kernkraftwerk Cattenom”
- Ereignisse 2011: Verstrahlte Arbeiter, Feuer in Einheit 2 der Atomzentrale Cattenom, Armaturen falsch montiert, Block 2 erneut wegen Unregelmäßigkeiten abgeschaltet
- Aus der Pressemappe der EDF 2011 zum AKW Cattenom: “Das Kernkraftwerk Cattenom im Dienste einer sicheren, wettbewerbsfähigen und CO2-freien Stromproduktion im Herzen Lothringens. (…) Während die Sicherheit weiter an erster Stelle der Prioritäten steht und die Leistungen ständig verbessert werden (..)”
Krebsfälle bei Brokdorf
Im Ministerium gab es ein gemeinsames Gespräch. Danach bekräftigte ein Sprecher, das Ministerium wolle weiterhin die Ursachenaufklärung voranbringen. Auch eine weitere Studie werde unterstützt, "wenn dafür ein wissenschaftlicher Ansatz gefunden wird". Dies sei bislang nicht der Fall.
Seit Jahren stelle das Krebsregister Schleswig-Holstein eine signifikant erhöhte Zahl von Krebsneuerkrankungen in Wewelsfleth fest, betonte Bürgermeister Ingo Karstens (SPD), der auch selbst betroffen ist. Wewelsfleth grenzt unmittelbar östlich an Brokdorf an und liegt in der Hauptwindrichtung des Atomkraftwerks. Die Bürger seien äußerst beunruhigt.
Im Diagnosezeitraum 1998 bis 2008 lag die Fallzahl nach Angaben der Initiative in Wewelsfleth (142) um fast 50 Prozent über den 95 Fällen, die nach dem Landesdurchschnitt zu erwarten wären.
Seit Jahren fordert der Gemeinderat von Wewelsfleth, die Ursache zu klären. Das Gesundheitsministerium und das Institut für Krebsepidemiologie an der Universität Lübeck lehnten weitere Untersuchungen ab, weil sie angeblich nicht zielführend seien, kritisierte die Initiative. Nach ihren Angaben müssen Untersuchungen erfolgen, falls Krebsfälle statistisch signifikant auftreten. Das Institut komme seinen Pflichten nicht nach.
Dagegen hat es nach Angaben des Ministeriumssprechers bereits in den vergangenen zehn Jahren eine Vielzahl von Untersuchungen zu dem erhöhten Krebsvorkommen gegeben - "bisher ohne befriedigendes Ergebnis". Es fehle nach wie vor ein Forschungsansatz zur Klärung der Ursachen. Denn die meisten Krebserkrankungen in Wewelsfleth seien nicht auf Krebsarten zurückzuführen, die durch Strahlung ausgelöst werden.
In den Jahresberichten des Krebsregisters kommen nach Darstellung der Initiative die bisherigen Betrachtungen über Mutmaßungen über das individuelle Verhalten der Betroffenen und den Einfluss von Arbeitsstätten nicht hinaus.
Angeblich könne das Kernkraftwerk nicht der Verursacher sein, "was jedoch nicht abgeklärt wurde", so die Initiative. "Belastbare Erhebungen wurden nicht durchgeführt." Eine ernsthafte Aufklärung könnte weitere Krebserkrankungen reduzieren, argumentiert die Initiative.
http://www.haufe.de/newsDetails?newsID=1326981065.39&d_start:int=3&topic=Arbeitsschutz&topicView=Arbeitsschutz
January 22 2012
Fuite de tritium à la centrale de Civaux
Une concentration anormale de cet effluent radioactif a été mesurée dans la nappe phréatique située sous le site. Des investigations sont en cours.

Une concentration de 540 becquerels par litre quand la valeur attendue doit être inférieure à 10 Bq/l : le résultat des mesures de tritium réalisées dans la nappe phréatique située dans le sous-sol de la centrale nucléaire de Civaux, vendredi, peut raisonnablement paraître inquiétant. La direction du site EDF qui a publié ces chiffres sur son site Internet et informé l'Autorité de sûreté nucléaire de l'incident s'efforce toutefois de le relativiser : « L'eau de cette nappe ne fait l'objet d'aucun usage direct, ni pour l'eau potable ni pour les besoins agricoles », précise son communiqué en ajoutant que cette concentration en tritium « représente l'équivalent de la radioactivité naturelle intégrée par une personne séjournant pendant un mois à 1500 m d'altitude ». Elle serait en outre « quinze fois inférieure au seuil de potabilité de l'eau fixé à 7800 Bq/l par l'OMS ».
" Il y a eu défaut de maîtrise "
Il n'empêche que la présence de tritium dans le sous-sol de Civaux interroge. « Il faut arrêter ces comparaisons avec des séjours en montagne ; normalement, il ne devrait rien y avoir dans la nappe »,
s'inquiète Roland Caigneaux, le représentant de l'association Vienne
Nature au sein de la commission locale d'information de la centrale. « Nous demandons des explications. Ce qui pose problème, c'est qu'il y a eu défaut de maîtrise. »
De son côté, EDF précise que « des investigations sont en cours pour
déterminer l'origine de l'écoulement de tritium et pour s'assurer de
l'étanchéité de la cuvette de rétention associée aux réservoirs de
stockage d'effluents ». Le tritium qui est produit lors du
fonctionnement des réacteurs nucléaires est en effet stocké dans six
réservoirs métalliques de 750 m3 chacun avant d'être dilué puis rejeté avec les autres effluents radioactifs dans la Vienne, en fonction du débit de la rivière.
« La concentration de tritium en elle-même n'est pas importante ; le fait qu'il y ait une fuite quelque part est plus gênant », admet Emmanuel Pedrono, le responsable de la communication du site. « Nous
avons des suspicions fortes sur les vannes d'un circuit qui pourraient
être défectueuses. Le tritium est composé de petites molécules qui
passent même à travers le béton. »
Le représentant d'EDF ajoute
que les mesures de contrôle effectuées dans les puits de contrôle
voisins ainsi que dans la Vienne en aval de la centrale n'ont relevé
aucune augmentation de la concentration en tritium.
en savoir plus
La centrale de Civaux produit environ 50 milliards de becquerels (TBq) par an, en fonction de la production d'énergie. Avec une unité à l'arrêt pendant 4 mois, l'année 2011 a connu une production inférieure aux précédentes : les rejets de tritium liquide ont été de 29,84 TBq, soit 37 % de la limite réglementaire fixée à 80 TBq par an.
http://www.lanouvellerepublique.fr/Toute-zone/Actualite/Environnement/n/Contenus/Articles/2012/01/20/Fuite-de-tritium-a-la-centrale-de-Civaux
Beim belgischen AKW Tihange 1 springen die Diesel-Generatoren nicht an. Aber selbstverständlich gilt auch in Belgien:
Deze afwijking heeft geen enkele gevolg op de werknemers, noch de bevolking, noch het leefmilieu gehad noch op de goede werking van de installatie.
http://blog.fefe.de/?ts=b1e5739e
Sehr hohes Niveau

Manchmal – selten – kommt man als Journalist nicht darum herum, sich selber zu zitieren. Dies ist einer jener seltenen Momente: Die ENSI-Website sei in den vergangenen Monaten zu einer «virtuellen Gute-Nachrichten-Schleuder» ausgebaut worden, stand hier vor nicht allzu langer Zeit zu lesen. Und tatsächlich ist den Kommunikatoren vom Nuklearsicherheitsinspektorat schon wieder eine positive Schlagzeile eingefallen, mit der die weit weniger positiven Fakten ins beste Licht gerückt werden sollen: «EU-Stresstest bestätigt die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke», vermeldet die Aufsichtsbehörde beruhigend. Die Sicherheitsüberprüfung, die europaweit aufgrund der Ereignisse in Fukushima durchgeführt wurde, habe bestätigt, dass die Schweizer AKWs «über ein sehr hohes Schutzniveau gegen die Auswirkungen von Erdbeben, Überflutung und andere Naturgefahren verfügen», heisst es im Communiqué.
Auf die schöne Schlagzeile folgen dann im Communiqué sehr schnell die
hässlichen Fakten. Praktisch aus dem Nichts sind plötzlich acht «offene
Punkte» rund um die Sicherheit der Schweizer Atommeiler aufgetaucht:
Die Frage etwa, ob Schweizer AKWs bei einem Erdbeben (gegen das sie
angeblich über ein sehr hohes Schutzniveau verfügen) automatisch durch
die Erdbebenmessgeräte abgeschaltet werden können etwa. Oder ob und wie
gut das Containment und der Primärkreislauf einem Erdbeben widerstehen
könnten. Weitere offene Punkte sind unter anderem: Die Verstopfung von
Flüssen, die zur Kühlung der AKWs dienen, Sicherheitsnachweise zu
extremen Wetterereignissen (man erinnere sich auch hier an das sehr hohe
Schutzniveau)
und – oh Wunder – der Nachweis, dass der Wohlensee-Staudamm oberhalb des
AKWs Mühleberg einem Erdbeben standhalten würde (das sehr hohe
Schutzniveau gilt selbstverständlich auch hier). Diesen Nachweis hätte
die Mühleberg-Besitzerin BKW schon am 30. November 2011 einreichen
müssen, hat dies aber nicht getan. Nun hat sie noch einmal bis zum 31.
Januar Zeit dafür, ebenso für «zusätzliche Angaben zur
Erdbebenfestigkeit der Reaktorschnellabschaltung» (wobei auch diese…
aber lassen wir das).
Mal ganz ehrlich, liebe Leserginnen und Leser: Glauben Sie immer noch, dass der EU-Stresstest die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke bestätigt? Oder haben Sie möglicherweise den Eindruck, dass Sie auf sehr hohem Niveau für dumm verkauft werden?
http://angelisansichten.ch/?p=3110
January 21 2012
Störfall im Atomkraftwerk Tihange

In den belgischen Atomkraftwerken Dessel und Tihange ist es zu leichten nuklearen Störfällen gekommen. Die Zwischenfälle ereigneten sich schon in der vergangenen Woche, gab die föderale Agentur für nukleare Kontrolle AFCN erst jetzt bekannt.
Beide Störfälle werden auf der internationalen,
siebenstufigen Bewertungsskala Ines auf dem Niveau 1 eingeordnet. Das
Niveau 1 beschreibt geringfügige Abweichungen.
Bei dem Störfall in Dessel, das zwischen Eindhoven und Antwerpen liegt,
sind zwei Mitarbeiter mit Radioaktivität verseucht worden und stehen
auch jetzt noch unter medizinischer Beobachtung. Bei dem Zwischenfall in
Tihange kam es zu Abweichungen im Rahmen der routinemäßigen Kontrollen
der Kühlwassersysteme. Es handle sich dabei um ein rein technisches Pro
blem, unterstrichen die Behörden. Sowohl in Tihange als auch in Dessel
habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Umwelt oder die Bevölkerung
bestanden, sagte die zuständige föderale Agentur.
Die offiziellen belgischen Angaben, dass keine Radioaktivität
ausgetreten sei, bezweifeln Mitglieder des Bündnisses gegen Atomenergie
aus Aachen: Am 12. Dezember seien die Strahlungswerte in Deutschland
auffällig angestiegen. Sie befürchten, dass der belgische AKW-Betreiber
Elektrabel die Störfälle heruntergespielt hat.
Das Bundesamt für Strahlenschutz weist diese Theorie gegenüber unserer
Zeitung zurück: Die Regenfälle an diesem Tag hätten natürliche Vorkommen
von Radionukliden auf der Erde «ausgewaschen».
Endlager-Suche in der Schweiz: 20 mögliche Standorte

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) in der Schweiz hat die ersten 20 Namen von Standortgemeinden für ein mögliches Endlager in der Schweiz genannt. Nach Angaben der Nagra handelt es sich dabei um Vorschläge, keineswegs um Festlegungen, die Regionen könnten eigene Standorte benennen. Im Dezember hatte die Nagra die Liste der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für Nuklearsicherheit in Bern vorgelegt, nun wurden sie der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Nagra stellt die Liste eine "Diskussionsgrundlage" dar, damit sei keinerlei Vorfestlegung verbunden.
Die Nagra eröffnet damit die zwei Phase ihrer Standortsuche. In der ersten war der Untergrund der gesamten Schweiz auf Formationen hin untersucht worden, die sich für ein Endlager eignen. Neben dem Granit am Wellenberg im Kanton Nidwalden für schwach- und mittelaktiven Müll fanden sich fünf Zonen, in denen die Tonschicht mächtig genug ist für ein Endlager. Für die Gebiete Jura-Ost am Bözberg (Kanton Aargau), Jura-Südfuß (Aargau/Solothurn), Nördlich Lägern (Zürich/Aargau) und Zürich Nordost (Zürich/Thurgau) wurden nun jeweils vier Flächen für den Bau des oberirdischen Gebäudekomplexes vorgeschlagen, für den Bereich Südranden (Schafhausen) lediglich drei. An den Standorten werden jeweils eine Halle für das Umpacken der Abfälle in die Endlagerbehälter sowie Räume für Technik, Energieversorgung, die Bahnanlage und das Personal sowie ein Besucherzentrum errichtet.
In dieser zweiten Phase werden auch die Regionen näher untersucht und dadurch die Lagerstätte in 400 bis 900 Metern Tiefe eingegrenzt. Bei dieser näheren Untersuchungen könnten sich auch einzelne Standorte als ungeeignet erweisen. In dieser Phase sind die Bürger über Regionalkonferenzen an allen Planungsschritten beteiligt, inklusive der deutschen Seite sowie der Umweltverbände. Diese Regionalkonferenzen sollen nun bis Ende 2012 für jedes der sechs Gebiete jeweils einen Standort ermitteln, der dann konkret in die weitere Planung geht.
Trotz dieser Beteiligung gab es erste Kritik an den bekannt gewordenen Plänen. Umstritten ist vor allem der Bau der Umpackanlage. Kritiker sähen es lieber, wenn der Müll bereits im bestehenden Zwischenlager in Würenlingen im Kanton Aargau, wo sie 30 Jahre lang abkühlen, in die Endlagerbehälter umgepackt werden würden. Das aber, sagt die Nagra, würde die Zahl der Transporte erhöhen.
In den kommenden vier Jahren wird zunächst die Untersuchung der sechs ausgewählten Standortregionen weitergehen. In dieser Phase soll die Nagra die Zahl der Standortgebiete weiter eingrenzen. Parallel sollen auch die Standorte für die oberirdische Anlage ausgewählt werden, wobei diese nicht zwingend direkt über dem Tiefenlager liegen müssen. Am Ende dieser Phase muss die Nagra der Regierung in Bern zwei Standorte für hochaktiven und zwei Standorte für schwach-und mittelaktiven Abfall vorschlagen. In etwa zehn Jahren soll der Standort dann in einer Volksabstimmung festgelegt werden.
- Endlager-Suche in der Schweiz: Skepsis vor Atommüll in Waldshut-Tiengen
http://www.badische-zeitung.de/endlager-suche-in-der-schweiz-20-moegliche-standorte
January 20 2012
Solarförderung soll monatlich gekürzt werden

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will durch eine monatliche Anpassung der Förderung den Neubau bei Solaranlagen in Deutschland stärker begrenzen. Das bisherige System mit halbjährlichen Kürzungen habe vor dem Stichtag zu "Schlussverkäufen" geführt,
sagte Röttgen nach einem Spitzengespräch mit der Energiebranche in
Berlin. Man sei sich einig, dass die Fördersätze künftig monatlich
angepasst würden.
Demnach könnten maximal 24 Prozent Kürzung pro Jahr möglich sein. Die
konkrete Ausgestaltung sei aber noch zu beraten. Die Neuregelung soll in
einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geregelt werden.
"Die Energiewende läuft erfolgreich und sie wird erfolgreich
weiterlaufen, wenn man es verlässlich macht", sagte Röttgen. Man könne
nicht jedes Jahr ein neues System einführen. Mit Blick auf Forderungen
nach radikalen Einschnitten sagte er: "Die Energiewende braucht
Verlässlichkeit."
Bisher sinkt die Solarstromförderung automatisch, wenn eine
bestimmte Anzahl neuer Anlagen installiert worden ist. Von 47,75 Cent
je Kilowattstunde für Dachanlagen und 35,49 Cent für Solarparks im
Jahr 2008 fiel die Vergütung bis Januar dieses Jahres auf 24,43 Cent
(Dachanlagen) beziehungsweise 17,94 Cent (Solarparks).
Branchenvertreter weisen darauf hin, dass Solarstrom
immer günstiger werde und vor dem Durchbruch zur Wirtschaftlichkeit
stehe. Bis 2020 soll der Anteil am Stromverbrauch von derzeit 3,2 auf
mehr als 10 Prozent gesteigert werden.
„Das EEG ist kein Dauersubventionsgesetz“
Röttgen sagte weiter, eine installierte Leistung von 7.500 Megawatt
dürfe es in dieser Form nicht mehr geben. Durch kontinuierliche
Kürzungsschritte sei der Ausbau weit besser zu steuern. "Das EEG ist
kein Dauersubventions-, sondern ein Markteinführungsgesetz". Die
Solarförderung sei ein Ausläufer, schon 2017 könnten erste Anlagen ohne
Förderung auskommen. Nirgendwo habe es eine rasantere Kostensenkung
gegeben als bei der Photovoltaik.
Die Debatte über die Solarförderung war nach einem unerwarteten Boom bei
neu installierten Anlagen zum Jahresende 2011 neu aufgeflammt. Allein
im Dezember wurden 3.000 Megawatt neu gebaut, soviel wie die Regierung
als Ziel für ein Jahr ausgegeben hatte.
Ökostrom
wird über staatlich garantierte Abnahmepreise gefördert, die
Netzbetreiber den Produzenten zahlen. Da diese höher liegen als der
Marktpreis, wird die Differenz von den Betreibern auf Kunden umgelegt.
Derzeit liegt der Ökostromanteil am Energiemix bei knapp 20 Prozent. Die
Solarförderung kostet derzeit pro Jahr etwa acht Milliarden Euro und
damit etwa die Hälfte der gesamten Förderung erneuerbarer Energien.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-01/solarfoerderung-roettgen-energie
Zwei Jahre nach dem Störfall
von Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Minister Voigtsberger soll UAA-Genehmigungen aufheben
Rund
200 Menschen demonstrierten am 30. Januar 2010 in Gronau bei Schnee und
Eis nach dem Störfall in der Urananreicherungsanlage vom 21. Januar
2010. Zwei Jahre nach dem bisher schwersten Störfall in der Gronauer
Urananreicherungsanlage haben erneut Bürgerinitiativen und
Umweltverbände die sofortige Stilllegung der bundesweit einzigartigen
Uranfabrik gefordert.

Am 21. Januar 2010 hatte ein Mitarbeiter
der Anlage einen vermeintlich leeren Urancontainer geöffnet, in dem sich
aber noch Uranhexafluorid befand, das den Arbeiter verseuchte. Er wurde
in der Folgezeit in insgesamt vier Krankenhäusern behandelt. Der
Störfall führte zu verstärkten Protesten gegen die
Urananreicherungsanlage, der Rat der Stadt Gronau befasste sich intensiv
mit dem Vorfall und es wurden erhebliche Mängel beim Katastrophenschutz
deutlich.
"Schon für einen verseuchten Arbeiter war es
schwer, einen passenden Krankenhausplatz zu finden. Was aber wäre
gewesen, wenn zehn, zwanzig oder noch mehr Beschäftigte der Anlage, oder
gar die Bevölkerung im Umfeld, betroffen gewesen wäre?", fragt Udo
Buchholz vom BBU-Vorstand. Im Juli 2011 kam es erneut in der
Urananreicherungsanlage zu einer Freisetzung von Uranhexafluorid.
Die
Anti-Atomkraft-Bewegung kritisiert, dass die Gronauer
Urananreicherungsanlage unter der rot-grünen Landesregierung in
Düsseldorf Ende 2011 die genehmigte Kapazität von 4500t Urantrennarbeit
erreicht hat. Damit können pro Jahr rund 35 Atomkraftwerke in aller Welt
mit angereichertem Uran versorgt werden. Weiterhin wird der
Landesregierung vorgeworfen, dass jetzt unter rot-grün mehr
Urantransporte denn je quer durch das ganze Bundesgebiet von und nach
Gronau rollen, in LKW-Konvois und mit Sonderzügen.
So hat z. B.
am Montag erneut ein Zug mit Uranhexafluorid die Gronauer Uranfabrik
Richtung Münster verlassen. Ein weiterer Kritikpunkt: Seit dem Sommer
2012 wird neben der Urananreicherungsanlage eine Halle für 60.000 Tonnen
Uranmüll in Form von Uranoxid gebaut, und vorhanden ist bereits ein
Container-Lager, in dem unter dem freien Himmel Uranmüll in Form von
Uranhexafluorid gelagert wird.
"Gronau ist bereits ein faktischer Endlagerstandort"
erklärt Udo Buchholz. Außerdem ist der ganze Anlagenkomplex nicht gegen
Flugzeugabstürze gesichert. Gleichzeitig betont Buchholz, dass der
NRW-Energie- und Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) z. B.
gerade wegen der fehlenden Entsorgung der Anlage mit sofortiger Wirkung
die Betriebsgenehmigungen für den Betrieb der Urananreicherungsanlage
aufheben könnte.
Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, der sich
seit vielen Jahren in Gronau gegen die Urananreicherungsanlage zur Wehr
setzt, bedankt sich bei allen Verbänden und Aktionsgruppen, wie dem BBU,
dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und dem
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, die kontinuierlich den
Widerstand vor Ort unterstützen.
Rund 30 Initiativen und
Verbände laden derzeit für den 4. Februar zu einer internationalen
Urankonferenz in Münster ein, bei der die vielfältigen Gefahren des
Uranabbaus und der Uranverarbeitung beleuchtet und diskutiert werden
sollen. Dabei steht auch das Thema "Uran und Gesundheit" auf der Tagesordnung.
Und
bereits jetzt laufen Vorbereitungen für eine Demonstration in Gronau am
ersten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe (11. März) auf Hochtouren.
Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter
www.urankonferenz2012.de
www.fukushima-jahrestag.de
www.aku-gronau.de
www.bbu-online.de
www.anti-atom-aktuell.de/fotos/20100130-demo-gronau/index.html
Zur Unterstützung des Widerstands gegen die Urananreicherungsanlage bittet der AKU Gronau um kleine und große Spenden auf das AKU-Konto bei der Volksbank Gronau. BLZ: 401 640 24, Konto: 110 551 700.
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